Pressetext

Nach mehr als zwei Jahrzehnten Bauzeit: Komplett saniertes Augustinermuseum öffnet am Samstag, 28. Februar, seine Türen / 1600 Quadratmeter zusätzliche Ausstellungsfläche im Konventgebäude und in den Gewölbekellern des ehemaligen Klosters / Von der mittelalterlichen Ritterrüstung bis zum Protestschild der Klimabewegung: Stadt- und Kulturgeschichte stehen im Fokus / Freier Eintritt bis Sonntag, 8. März

Das vollständig sanierte Augustinermuseum eröffnet – Freiburg erhält damit einen Kulturort zurück, der weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlt. Mit Fertigstellung der neuen Ausstellungsräume im ehemaligen Konvent und den Gewölbekellern ist das Haus komplett: Nach mehr als zwei Jahrzehnten Bauzeit ist das denkmalgeschützte Gebäude nun vollständig erneuert. Modern, barrierearm, interaktiv und partizipativ präsentiert das Museum auf rund 3400 Quadratmetern Kunst- und Kulturgeschichte der Region und verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Gefeiert wird die Fertigstellung mit einem Eröffnungswochenende am Samstag, 28. Februar, und Sonntag, 1. März. Der Eintritt ist bis einschließlich Sonntag, 8. März, kostenfrei.

Mit rund 1600 Quadratmetern zusätzlicher Ausstellungsfläche auf vier Etagen verändert sich das Augustinermuseum spürbar. Im Fokus stehen jetzt stadt- und kulturgeschichtliche Themen, die einen deutlichen Gegenpol zur Ausstellung überwiegend sakraler Kunst im ehemaligen Kirchengebäude bilden. Auch der Einsatz neuer Medien – von Präsentationen und Animationen über interaktive Stationen bis hin zum immersiven Raum – macht den Unterschied. In vielen Bereichen können Besucher*innen sich beteiligen, ihre Meinung äußern, in Dialog treten oder sogar eigene Objekte für die Ausstellung vorschlagen. Das Museum öffnet sich für Partizipation und wendet sich dezidiert an die Freiburger*innen. Da es alle Inhalte dreisprachig in Deutsch, Englisch und Französisch anbietet, etabliert sich das Augustinermuseum als besonderes kulturelles Leuchtturmprojekt im Dreiländereck und als feste Anlaufstelle für Tourist*innen.
 
Martin Horn, Oberbürgermeister
„Heute ist ein lang ersehnter Festtag für Freiburg. Mit der vollständigen Eröffnung des Augustinermuseums kehrt ein kultureller Leuchtturm in unsere Stadt zurück, der weit über die Region hinausstrahlt. Viele Menschen haben über Jahre hinweg mit großem Engagement, mit Fachwissen und vor allem mit Herzblut daran gearbeitet, dieses einzigartige Baudenkmal zu bewahren und zugleich zu einem modernen Museum weiterzuentwickeln. Mein besonderer Dank gilt dem Gemeinderat, der dieses Projekt über lange Zeit mitgetragen hat, sowie den zahlreichen Spenderinnen und Spendern, die es mit ihrer Unterstützung möglich gemacht haben. Dass dieses Haus nun in seiner ganzen Vielfalt erlebbar ist, ist das Ergebnis einer starken Gemeinschaftsleistung. Nun ist das Museum offen für alle – ich lade die Freiburgerinnen und Freiburger herzlich ein, dieses besondere Stück Stadtgeschichte neu zu entdecken und mit Leben zu füllen.“
 
Ulrich von Kirchbach, Kulturbürgermeister
„Ich bin froh und dankbar, dass die Sanierung und Erweiterung des Augustinermuseums nun noch kurz vor Ende meiner Amtszeit als Bürgermeister vollendet werden konnte. Es war ein langer Weg mit vielen Höhepunkten und auch Tiefschlägen. Aber der engagierte Einsatz der vielen Beteiligten hat sich in jeder Hinsicht gelohnt. Denn mit der Eröffnung gewinnt Freiburg einen Kulturort von internationaler Strahlkraft, der viele Gäste anziehen und damit wesentlich zur Belebung der Innenstadt beitragen wird. Wir laden alle Freiburgerinnen und Freiburger ein, die Gelegenheit zu ergreifen, einen neuen, frischen Blick auf Freiburger Kunst- und Kulturgeschichte zu gewinnen.“
 
Martin Haag, Baubürgermeister
„Wir sind sehr froh, dass wir heute hier im neuen Augustinermuseum stehen. Nach mehr als 20 Jahren Bauzeit können wir dieses für Freiburg so wichtige Museum einweihen. In diesen über zwei Jahrzehnten ist seit dem ersten Mauerdurchbruch viel passiert: Es war ein langer und harter Weg, der uns vor viele Herausforderungen gestellt hat. Drei Bauabschnitte waren nötig, um aus einem alten, heruntergekommenen, denkmalgeschützten Gebäude ein neues, hochmodernes Museum im Herzen von Freiburg zu machen: Viele geplante, aber auch unvorhersehbare Herausforderungen mussten vom Team Augustiner im Immobilienmanagement und den Architekt*innen und Ingenieur*innen gemeinsam gemeistert werden. Ein großer Dank an alle, die dieses ungemein komplexe Bauvorhaben gemeistert und zum Erfolg geführt haben. Insbesondere die vielen Bauleute in Planung und Handwerk.  Wir sind sehr froh über ein neues großartiges Museum und ebenso über ein großartig saniertes historisches Gebäude im Herzen Freiburgs.“   
 
Von der Schatzkammer bis zum FREI_Raum: die neuen Ausstellungsbereiche
Mit den Themenbereichen im gesamten Gebäudekomplex, der neben der historischen Klosteranlage auch das bis 2016 neu errichtete Haus der Graphischen Sammlung umfasst, spannt das Museum einen weiten Bogen von der frühen Geschichte bis in die Gegenwart.
 
In der Schatzkammer erzählen mittelalterliche Bildteppiche spannende Geschichten, etwa der berühmte „Weiberlistenteppich“ aus den 1320/30er Jahren. Meisterwerke der Goldschmiedekunst wie der filigrane „Krippelekelch“ aus dem 18. Jahrhundert oder Raritäten wie der Adelhauser Tragaltar aus dem 8. Jahrhundert, einer der ältesten Tragaltäre überhaupt, werden ebenso präsentiert wie der Silberaltar des Freiburger Münsters, der in der ehemaligen Klostersakristei einen neuen Ort gefunden hat.
 
Von Rittern, Bächle und Jahrhundertbaustellen: Was Freiburg in den vergangenen 900 Jahren prägte und wie sich die Stadt entwickelte, zeigen zahlreiche Objekte und Modelle. Im Fokus steht auch die faszinierende Baugeschichte des Münsters, es war im Mittelalter zentraler Treffpunkt und weit mehr als ein Gotteshaus. Originale Sandsteinskulpturen, eine sensible historische Architekturzeichnung, Hands-On- und Medien-Stationen vermitteln vielschichtige Inhalte der Stadtgeschichte.
 
Früher prägte die christliche Religion die Region, hinzu kamen kleine jüdische Gemeinden außerhalb der Stadt. Heute stellt sich die Welt anders dar. Menschen aus unterschiedlichen Ländern bringen ihre Religionen mit oder gehören keiner Glaubensgemeinschaft mehr an. Das Museum bietet Raum für respektvollen Austausch, Interaktion und Partizipation.
 
Beim Blick auf die historischen Klöster im Schwarzwald zeigt sich, dass sie früher nicht nur das Land mit der christlichen Religion prägten, sondern sich auch durch soziales Engagement und Förderung von Wirtschaft und Wissenschaft auszeichneten. Männer- und Frauenorden unterschieden sich dabei deutlich.
 
Ein besonderes Erlebnis ist die immersive Rauminstallation zum Schwarzwald. Besucher*innen schließen sich einem traditionellen Hochzeitszug an oder stapfen durch verschneite Winterlandschaften. Gemälde und Objekte der Sammlung erwachen um sie herum zum Leben und erzählen von Brauchtum, handwerklichen Innovationen, Umweltthemen und Tourismus. Daneben verdeutlicht eine Sammelvitrine die Bedeutung des Glasbläserhandwerks im Schwarzwald. Verschiedenste Objekte zeugen von beeindruckender Kunstfertigkeit und Vielfalt.
 
Der Bereich Protest und Revolution schlägt den Bogen von der Badischen Revolution über die Studierendenbewegung der 1960er Jahre bis hin zu aktuellen Protesten wie „Fridays for Future“ oder „I can’t breathe“. Was trieb und treibt Menschen auf die Straßen? Interaktive Protestschilder laden zur Beteiligung ein.
 
Die Welte-Lounge rückt ein bedeutendes Kapitel Freiburger Musikgeschichte in den Fokus, denn die selbstspielenden Instrumente der Firma M. Welte & Söhne sind international bekannt. Berühmte Pianist*innen und Komponist*innen spielten Werke für Notenrollen ein, die etwa der Steinway-Welte-Reproduktionsflügel bis heute dynamikgetreu abspielt. Das Schaudepot zeigt rund 1300 Notenrollen, daneben bietet eine Medienstation Musik auf Knopfdruck.
 
Pompöse Pracht, theatralische Inszenierungen, bewegte Kompositionen und eine große Bandbreite an Themen, von der Mythologie über Landschaft und Stillleben bis zum Porträt – all das erwartet Besucher*innen der Barockgalerie, die Malerei von 1600 bis 1800 zeigt. Wie zur Entstehungszeit üblich, präsentieren sich die Gemälde in dichter Hängung neben- und übereinander.
 
Die Erstbespielung „Freiburger Frauen* im Blick“ der digitalen Porträtgalerie ist eine Kooperation mit dem Verein Element 3 und der Fotografin Britt Schilling. Zu sehen sind rund 80 Fotos – Momentaufnahmen, die einen Ausschnitt unserer pluralistischen Stadtgesellschaft zeigen.
 
Im FREI_Raum entwickelt das Augustinermuseum gemeinsam mit unterschiedlichen Akteur*innen aus Freiburg und der Region Projekte und Ideen. In der ersten Jahresausstellung „Zukunfts(t)räume. Ein Museum im Wandel“ blickt das Haus nach Jahren des Umbaus zurück und denkt gemeinsam mit den Freiburger*innen in die Zukunft. Wie sollen sich Stadt und Museum weiterentwickeln?
 
Außerdem begrüßt das Café Kien im historischen Kreuzgang und dem Zinnengarten seine Gäste mit einem täglich wechselnden Mittagstisch, herzhaften Snacks, Kuchen und kleinen Süßigkeiten.
 
Eröffnungswochenende und weitere Informationen
Das Eröffnungswochenende am Samstag, 28. Februar, und Sonntag, 1. März, bietet ein vielfältiges Programm für alle Altersgruppen: Besucher*innen erwartet Speed-Dating, der selbstspielende Welte-Flügel in Aktion oder kreative Mitmachangebote für Klein und Groß. Jazzmusik-Fans kommen mit der Freiburger Band Redhouse Hot Six in der Skulpturenhalle auf ihre Kosten. Das vollständige Programm gibt es unter www.museen.freiburg.de/aktuelles
 
Die Museen-Freiburg-App lädt Kinder und Erwachsene dazu ein, die Highlights im neuen Konventgebäude ganz individuell auf dem eigenen Smartphone oder einem Leihgerät zu erkunden – auf Deutsch, Englisch oder Französisch. Der Rundgang für kleine Museumsbesucher*innen wird durch Spiele ergänzt und ist verfügbar in Gebärdensprache und mit Audiodeskription. Erwachsenen Nutzer*innen bietet die App zudem die Option „Leichte Sprache“ an.
 
Das Augustinermuseum mit dem Café Kien ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr und freitags bis 19 Uhr geöffnet. Bis einschließlich Sonntag, 8. März, ist der Eintritt frei. Danach kostet er 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Für Menschen unter 27 Jahren, mit FreiburgPass, FamilienCard oder Museums-PASS-Musées ist der Eintritt frei. Das Ticket gilt als Tageskarte für alle Häuser der Museen Freiburg. Alle Informationen zum Augustinermuseum, zu den Veranstaltungen und Bildungsangeboten gibt es unter www.museen.freiburg.de
 
Hintergrund zur Sanierung
Der Startschuss für die Sanierung des Augustinermuseums fiel 2002 mit dem Grundsatzbeschluss des Gemeinderats zum Umbau. Das Projekt wurde in drei Bauabschnitten realisiert. Den Auftakt bildete die Erneuerung der ehemaligen Klosterkirche, die seit ihrer Eröffnung 2010 Kunst vom Mittelalter bis zum Barock und Gemälde aus dem 19. Jahrhundert beherbergt. 2016 war der zweite Bauabschnitt, das Haus der Graphischen Sammlung, fertig. Nach dem 100-jährigen Jubiläum des Augustinermuseums im Jahr 2023 markiert die Eröffnung von Kreuzgang, Konventgebäude und historischen Gewölbekellern am 28. Februar 2026 den Abschluss des dritten und letzten Bauabschnitts. Die Gesamtkosten für die Sanierung des Gebäudes inklusive festverbauter Einrichtung belaufen sich auf 95,44 Millionen Euro, davon entfallen 62,26 Millionen Euro auf Konvent und Gewölbekeller.
 
Hinweis an die Redaktionen:
Die angehängten Fotos können Sie mit folgenden Bildnachweisen
honorarfrei verwenden: Museen Freiburg, Foto: Marc Doradzillo
 
Das Presse-Kit zur Ausstellung inklusive weiterer Informationen und
Pressebilder gibt es unter www.museen.freiburg.de/presse.