Aktuelle Sonderausstellungen

Marcello Martinez Vega, El país del cacao, Land des Kakaos, 2022,  Foto Federico Vespiniani 

20. Mai 2026 – 3. Januar 2027

Voll unfair!

Museum Natur und Mensch

Globale Märkte und lokale Lebenswelten sind eng miteinander verbunden. Die Ethnologische Sammlung nimmt zwei sehr unterschiedliche Produkte in den Fokus: Kakao und Zement. Zwei künstlerische Positionen  zeigen, dass beide viel gemeinsam haben. Es geht um Ausbeutung, Widerstand und Hoffnung. Die Ausstellung rückt Frauen als zentrale Akteurinnen in den Fokus und macht Mut für Veränderungen. Marcello Martinez Vega thematisiert die Kakao-Produktion in Ecuador. Kakao ist dort seit Jahrhunderten nicht nur Genussmittel und Exportschlager, sondern auch spirituelles Gut von großer kultureller Bedeutung. Die  Folgen des Kalksteinabbaus für die Zementproduktion auf Java in Indonesien macht Dewi Candraningrum sichtbar. Sie zeigt die Auswirkungen auf Natur und Gemeinschaften.
Umweltschutz und der Einsatz für faire Arbeitsbedingungen sind gemeinsame Aufgaben. Auch in Freiburg tragen wir Verantwortung. Woher kommen unsere Waren und wie  können wir positive Veränderungen anstoßen? Eine Scan-Station mit Schokocreme, ­Thunfisch ­oder­ Obstkonserve­ gibt ­Auskunft­ über­ Ursprung und Herstellungsprozesse von Produkten aus dem Supermarkt. Malvorlagen, eine Leseecke und eine Diskussionswand laden zum Mitmachen und Nachfragen ein. 

 Basim Magdy, PINGPINPOOLPONG, or how i learned to laugh at failure, 2018 © South London Gallery

1. Mai – 11. Oktober 2026

Spielfeld. Sport & Kunst

Museum für Neue Kunst

Das Museum wird zum Spielfeld, die Besuchenden werden zu Akteur*innen oder Beobachter*innen an der Seitenlinie: Die Ausstellung beleuchtet Sport aus künstlerischer Perspektive. Was geschieht, wenn man Regeln verändert oder völlig neu denkt? Funktionen und Formen von Sportgeräten abwandelt? Oder Sport vom Leistungsgedanken befreit?

Internationale Künstler*innen hinterfragen soziale, kulturelle und gesellschaftliche Dimensionen von Sport. Viele Kunstwerke laden zur aktiven Beteiligung ein: an einer Tischtennisplatte mit Hindernissen, an einem etwas anderen Schachbrett oder mit Bällen, die nicht rund sind. Als Massenphänomen verbindet Sport Menschen und fördert Gemeinschaft. Er stiftet Identität. Gleichzeitig sind Barrieren und Einschränkungen der Teilhabe allgegenwärtig – diese gilt es zu überwinden.

Das Projekt entstand in Kooperation mit den Vereinen beneFit und Ring Freiburg, Schirmherr ist Christian Streich.

Foto: Museen Freiburg

28. Februar 2026 – 21. Februar 2027

Zukunfts(t)räume – Museum im Wandel

Augustinermuseum | FREI_Raum

Nach Jahren des Umbaus und der Eröffnung aller Museumsbereiche beginnt für das Augustinermuseum eine neue Zeit. Die Ausstellung Zukunfts(t)räume nimmt diesen Moment zum Anlass, innezuhalten, zurückzublicken – und nach vorn zu denken. Sie erzählt die bewegte Geschichte des Hauses: vom Kloster über die Nutzung als Theater und Kartoffellager bis zum heutigen, zeitgemäßen Museum. Zugleich fragt sie, wohin die Reise geht. Wie verändert sich ein Museum im Laufe der Zeit? Was bleibt, was wandelt sich, was entsteht neu? Wie reagiert
ein Museum auf gesellschaftliche Veränderungen? Und was braucht ein Museum, um relevant und aktuell zu bleiben?
Zukunfts(t)räume lädt dazu ein, ins Gespräch zu kommen und gemeinsam weiterzudenken. Die Ausstellung zeigt das Museum als lebendigen Ort, der sich mit der Stadt Freiburg, ihren Menschen und ihren Ideen weiterbewegt. Sie markiert einen neuen Anfang – offen für Dialog und Zukunft, offen für neue Räume und Träume.

Foto: Patrick Seeger

27. Januar – 13. September 2026

Ende der Zeitzeugenschaft?

Dokumentationszentrum Nationalsozialismus

Die letzten Überlebenden des Holocaust und der Shoa werden ihre Erlebnisse und Erfahrungen nur noch für begrenzte Zeit in persönlichen Begegnungen vermitteln können. Was bleibt, sind ihre Erinnerungen in Büchern, historischen Filmdokumentationen, Ausstellungen und Bildungsprojekten. Hinzu kommen immer neue Medien: Comics, Social Media-Formate, Hologramme…

Die Ausstellung nimmt unterschiedliche Aspekte von Zeitzeug*innenschaft in den Blick: Wie entsteht aus persönlichen Erinnerungen eine Erzählung und was beeinflusst sie? Wie kommen Interviews und andere Zeugnisse eigentlich zustande? Was hat sich im Umgang mit ihnen seit 1945 verändert? Und wie gehen Museen und Gedenkstätten heute und in Zukunft damit um?

Die Übernahme des Projekts des Jüdischen Museums Hohenems und der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg ist die erste Sonderausstellung des DZNS seit der Eröffnung des Hauses im März 2025. Für die Ausstellung in Freiburg wurden Ausschnitte aus Interviews mit überlebenden Freiburger*innen ergänzt. In der Museen Freiburg App gibt es außerdem eine begleitende Themen-Tour durch die Dauerausstellung des DZNS.

Foto: Patrick Seeger

Dachgeschoss

Ins Licht gerückt: Künstlerinnen im 19. Jahrhundert

Die aktuelle Schau unter dem Titel "Ins Licht gerückt: Künstlerinnen im 19. Jahrhundert" zeigt unter anderem Gemälde von Alexandra Berckholtz (1821–1899), Ida Maier (1821–1904), Marie Dürr-Grossmann (1852–1889) und Frieda Roman (1859–1918) – allesamt Frauen, die trotz ihres künstlerischen Talents im Schatten ihrer männlichen Kollegen standen. Viele der ausgestellten Werke werden zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt. Ihre Gemälde spiegeln eine Zeit, in der Frauen durch soziale und strukturelle Hindernisse am Fortschritt gehindert wurden. Der Zugang zu Kunstakademien war stark eingeschränkt und nur wenigen Frauen gelang es, ihre Arbeiten in renommierten Ausstellungen zu zeigen. Trotz dieser Hürden schufen sie beeindruckende Werke und fanden kreative Wege, sich zu behaupten. Künstlerinnen sind in Ausstellungen und musealen Sammlungen oft unterrepräsentiert – auch im Augustinermuseum stammen weniger als 15 Prozent der Werke aus dieser Zeit von Frauen.

Weitere aktuelle Projekte

Tag des offenen Denkmals

Augustinermuseum, Archäologisches Museum Colombischlössle und Dokumentationszentrum Nationalsozialismus

Sonntag, 13. September, 10–17 Uhr | Eintritt kostenfrei

Außenansicht Augustinermuseum, Foto: Museen Freiburg

Warum sind Denkmale heute so wichtig? Wer war die Gräfin Maria Antonia Gertrudis de Colombi y de Bode, die sich am Rotteckring ein Schloss bauen ließ? Warum hängen über einer Tür im DZNS olympische Ringe? Und was verbirgt sich hinter den historischen Gemäuern des Augustinermuseums? Zum Tag des offenen Denkmals öffnen das Archäologische Museum Colombischlössle, das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus und erstmals auch das Augustinermuseum bei freiem Eintritt ihre Türen. Das diesjährige Motto lautet "NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur". Es soll aufzeigen, wie Denkmale Infrastrukturen tragen, prägen und ermöglichen – in Vergangenheit und Gegenwart.

Olympische Ringe am DZNS, Foto: Patrick Seeger

Das Programm

Das Programm

Augustinermuseum

11–16.30 Uhr
Mitmachaktion für Kinder und Erwachsene: (T)raumkunstwerke aus Papier gestalten
Ort: Kreativwerkstatt im FREI_Raum

10.15–11 Uhr I 12.15–13 Uhr I 14.15–15 Uhr:
Führungen: Vom Kloster zum Museum: Geschichte(n) eines lebendiges Netzwerks
Treffpunkt: Kreuzgang

10.30–11.15 Uhr I 12.30–13.15 Uhr I 14.30–15.15 Uhr
Familienführungen: Auf der Spur von Rittern, Mönchen und Museum
Treffpunkt: Kreuzgang

16–17 Uhr
Inklusive Führung für hörende und gehörlose Menschen mit Übersetzung in Gebärdensprache (DGS): Vom Kloster zum Museum – Geschichte(n) eines lebendiges Netzwerks
Treffpunkt: Kreuzgang

Archäologisches Museum Colombischlössle

10.30–11.30 UhrInklusive Führung für hörende und gehörlose Menschen mit Übersetzung in Gebärdensprache (DGS): NetzWErk – das Colombischlössle verbindet ZeitenTreffpunkt: Foyer
11–11.45 Uhr I 13–13.45 Uhr | 15–15.45 UhrFamilienführungen: Denk-mal! Römische Spurensuche im Traumhaus von Maria de ColombiTreffpunkt: Foyer
12.30–13 Uhr | 13.30–14 Uhr | 15.30–16 UhrFührungen: NetzWErk – das Colombischlössle verbindet ZeitenTreffpunkt: Foyer

Dokumentationszentrum Nationalsozialismus

10–17 Uhr
Rallye für Kinder und Begleitung ab 8 Jahren: Auf Spurensuche mit dem Memo-Marder
Hinweis: Die Rallye gibt es an der Kasse.

10–17 Uhr 
Mitmachaktion: Denk-Mal-Werkstatt
Ort: Seminarraum

10.30–11.30 Uhr
Themenführung: Das historische Gebäude
Treffpunkt: vor dem Gebäude

10.30–11.30 Uhr
Führung durch die Sonderausstellung: Ende der Zeitzeugenschaft?
Treffpunkt: Sonderausstellung

11.30–12 Uhr | 15–15.30 Uhr
Input und Austausch: Das "versteckte" Wandgemälde
Treffpunkt: Kasse

13–13.30 Uhr | 16–16.30 Uhr
Kurzführung: Der historische Luftschutzkeller
Treffpunkt: Kasse

13.30–14.30 Uhr
Inklusive Themenführung für hörende und gehörlose Menschen mit Übersetzung in Gebärdensprache (DGS): Das historische Gebäude
Treffpunkt: vor dem Gebäude

14.30–15.30 Uhr
Familienführung für Kinder und Begleitung ab 8 Jahren: Auf Spurensuche – was war früher in diesem Haus?
Treffpunkt: vor dem Gebäude

Neue Namen im Gedenkraum

Dokumentationszentrum Nationalsozialismus

Foto: Patrick Seeger

Der Gedenkraum im Dokumentationszentrum Nationalsozialismus (DZNS) erinnert an Freiburger*innen, die zwischen 1933 und 1945 verfolgt wurden. Dank intensiver Forschungsarbeiten konnten nun rund 170 Namen ergänzt werden – seit Dienstag, 16. Juni, sind sie im Gedenkraum zu sehen.

Bisher waren im Gedenkraum die Namen von 1048 Menschen mit Verbindung zu Freiburg zu sehen, die im Nationalsozialismus ermordet wurden oder aufgrund der Verfolgung gestorben sind. Seit der Eröffnung des Hauses im März 2025 führt das Team die Recherchen kontinuierlich weiter, erschließt Archivmaterial und Datenbanken und geht Hinweisen von Angehörigen oder Initiativen nach.
Die Museen Freiburg-App bietet zu allen genannten Personen Kurzbiografien sowie Informationen zum Kontext ihrer Verfolgung. Interessierte können die App vor Ort auf Leihgeräten oder per Download auf dem eigenen Smartphone nutzen. Ab sofort sind dort nun auch die Biografien der neu ergänzten Personen abrufbar.

Ermöglicht wurden die Recherchen durch eine einmalige Förderung des Landtags Baden-Württemberg sowie eine Projektförderung des Fördervereins des Dokumentationszentrums.
Das Team des DZNS ist dankbar für Hinweise zur Ergänzung weiterer Personen sowie zur Vervollständigung bestehender Biografien unter dzns@freiburg.de.

Newsletter der Museen Freiburg