Marta! Puppen, Pop & Poesie

Museum für Neue Kunst

14. März – 21. September 2025

Ausstellungsansicht „Marta! Puppen, Pop & Poesie“, Foto: Patrick Seeger

Marta Kuhn-Weber (1903–1990) war extravagant, selbstbewusst und eigenwillig. Grenzen akzeptierte sie nicht – weder in ihrem Denken noch in ihrer Kunst. Nach Stationen in Berlin, Freiburg und Basel ging sie Mitte der 1960er Jahre nach Paris. Dass sie eine Meisterin der Inszenierung war, zeigt sich sowohl in ihren fotografischen und malerischen Selbstporträts als auch in ihren großen Puppen, die Genderzuschreibung, Sexualität und gesellschaftliche Rollen thematisieren. Als Inspiration dienten ihr Literatur, Theater, Showbusiness und die queere Szene der 1960/70er Jahre. Marta Kuhn-Weber steht heute für einen neuen Typus von Künstlerin: unabhängig, experimentierfreudig und unbeeindruckt von den Bewertungen anderer. Und auch das Museum für Neue Kunst geht mit Marta neue Wege: Eine KI-Intervention des Künstlers Boris Eldagsen und filmische Animationen der Figurenspielerin Vanessa Valk machen die Puppen in der Ausstellung lebendig.

Foto: Patrick Seeger
Foto: Patrick Seeger
Foto: Patrick Seeger
Foto: Patrick Seeger
Foto: Patrick Seeger

Vorschau

Foto: Marc Doradzillo

9. Oktober 2025 – 22. Februar 2026

MAL ER, MAL SIE. Artur Stoll und Olga Jakob

Museum für Neue Kunst

Genau 40 Jahre liegen zwischen den Studienzeiten des gebürtigen Freiburgers Artur Stoll (1947–2003) und von Olga Jakob (*1985 in Kiev), die 2009 bis 2015 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe studierte. Beide verbindet das Interesse an Farbe als Materie, beide suchen das Einfache, Selbstverständliche und Konzentrierte. Dass ihre Arbeiten trotzdem komplett unterschiedlich sind, macht eine Gegenüberstellung besonders reizvoll.

Rückschau

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8. November 2024 – 2. März 2025

Liebe und Verrat – Der Expressionist Fritz Ascher aus New Yorker Privatsammlungen

Haus der Graphischen Sammlung

Geprägt von den Schrecken des Ersten Weltkriegs und den revolutionären Unruhen wandte sich der Expressionist Fritz Ascher (1893–1970) christlich-spirituellen Themen zu, die er radikal neu interpretierte. In intimen Zeichnungen befasste er sich seit 1916 mit dem Thema Liebe und Verrat. Während der Verfolgung durch den Nationalsozialismus schuf er eindrucksvolle Gedichte, die als seine „ungemalten Bilder“ gelten. Sie ergänzen in tiefer Emotionalität frühe Kohle-, Grafit- und Tuschezeichnungen sowie farbintensive Gouachen.

Eine Ausstellung von Augustinermuseum und Museum für Neue Kunst.

In Kooperation mit der Fritz Ascher Society for Persecuted, Ostracized and Banned Art, New York.

27. September 2024 – 16. Februar 2025

Modern Times – Bilder der 1920er Jahre aus dem Lindenau-Museum Altenburg

Museum für Neue Kunst

Kriegstraumata, Revolution und politische Radikalisierung, Demokratie, Frauenwahlrecht, Freiheit und Individualität, Armut und Reichtum: Die 1920er Jahre waren eine Zeit voller Widersprüche und vermeintlicher Unvereinbarkeiten. Werke von Otto Dix, Conrad Felixmüller, George Grosz, Käthe Kollwitz oder Elisabeth Voigt spiegeln das Leben zwischen den Weltkriegen, auf der Straße, in der Fabrik, in Cafés und Kabaretts wider. Sie nehmen vor allem jene Menschen in den Blick, die gesellschaftlich ganz unten standen. Rund 100 Jahre später sind die gleichen Themen aktuell. Die Ausstellung zeigt Werke vom Expressionismus bis zur Neuen Sachlichkeit aus dem Lindenau-Museum Altenburg und dem Freiburger Museum für Neue Kunst, ergänzt um zeitgenössische künstlerische Positionen.

Gefördert von der Rudolf-August Oetker-Stiftung.

15. März – 8. September 2024

anders hören

Museum für Neue Kunst

Klangwelten. Sie sind genauso vielfältig, wie unsere Wahrnehmung. Man kann sie hören, sehen oder fühlen. Partizipativ und integrativ eröffnet die Ausstellung allen Besuchenden – ob jung oder alt, mit oder ohne Handicap – unterschiedliche Zugänge zu Kunst, die sich diesem Thema widmet. So reagieren etwa die elektronischen Arbeiten von Peter Vogel mal visuell, mal akustisch auf Aktionen des Publikums. Christina Kubisch schafft begehbare Klangwolken aus Kabelknäueln. Wieder andere Werke regen die Vorstellungskraft an und lassen Töne in unserem Kopf oder Körper entstehen.

Peter Ablinger | Nevin Aladağ | Laurie Anderson | Katja Aufleger | Ay-O | Sophia Bauer | Susan Hiller | Timo Kahlen | Christina Kubisch | Katalin Ladik | Matthias Mansen | Alison O’Daniel | Stefan Roszak | Michel Sauer | Liza Sylvestre | Steina Vasulka | Peter Vogel

Gefördert durch: Innovationsfonds Kunst des MWK Baden-Württemberg sowie die Renate und Waltraut Sick Stiftung

10. Mai – 23. Juli 2023

Julius Bissier in der Ständigen Sammlung

Museum für Neue Kunst

Der Freiburger Künstler Julius Bissier prägte die Entwicklung der abstrakten Malerei in Deutschland maßgeblich mit. Das Museum für Neue Kunst sammelte seine Werke über viele Jahrzehnte hinweg. Mithilfe der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Stadt Freiburg wurde die Sammlung in diesem Jahr um 13 bedeutende Werke im Wert von 200.000 Euro erweitert: darunter Tuschen und Eiöltempera, die ab 1934 bis zu seinem Tod 1965 entstanden sind. Sie machen Bissiers vielschichtige und persönliche Auseinandersetzung mit fernöstlichen Kulturen und antiken Symbolsprachen sichtbar.
Unter den Arbeiten befinden sich sowohl abstrakte Tuschpinselarbeiten als auch farbige Miniaturen: Es sind herausragende Werke des Künstlers, die der Nachlass bislang sorgsam gehütet und nur selten öffentlich gezeigt hat.

7. April – 10. September 2023

Bis die Bude brummt – 30-jähriges Jubiläum des Fördervereins Museum für Neue Kunst

Museum für Neue Kunst

Das Museum für Neue Kunst feiert das 30-jährige Jubiläum seines Fördervereins, der das Haus auch mit vielen hochkarätigen Schenkungen unterstützt hat. Einige davon werden gezeigt. Hinzu kommt jede Woche eine neue Ausstellung von zeitgenössischen Künstler*innen, Initiativen und Kreativen aus der Stadtgesellschaft, die eine Jury aus Mitgliedern des Vereins nach einem Open-Call ausgewählt hat. Denn die Förderung von Kunst ist dem stetig wachsenden Kreis der Freund_innen genauso wichtig, wie persönliche Begegnungen und Austausch – ein umfangreiches Begleitprogramm gibt dazu Gelegenheit.
22 lokale Künstler_innen und Kollektive bespielen jede Woche neu einen Raum der Sonderausstellung.

29. September 2023 – 14. Februar 2024

Köpfe – maskiert, verwandelt

Museum für Neue Kunst

Das menschliche Gesicht: Es spiegelt die Persönlichkeit, verrät Emotionen und Seelenzustände – manchmal gibt es auch Dinge preis, die man lieber verbergen möchte. Schminke oder Masken verfremden es, gestalten es um. In diesem Spannungsfeld von Zeigen, Verstecken und Verwandeln bewegen sich die Gemälde, Grafiken, Skulpturen und kunsthandwerklichen Objekte. Die Ausstellung zeigt über 90 Werke vom 14. Jahrhundert bis zur Gegenwart aus einer Privatsammlung. Alle haben eins gemeinsam: Sie sind Zeugen ihrer Zeit und zugleich zeitlos – das macht sie aktuell und berührend.

Das Sammlerehepaar lebt in Berlin, ist aber im Schwarzwald aufgewachsen und der Heimat weiterhin sehr verbunden. Seine Begeisterung für die traditionsreiche Elzacher Fasnet mit den berühmten hölzernen Masken ist Ausgangspunkt der Sammlung. Im Fokus stehen Werke internationaler Künstler_innen, die den menschlichen Kopf und das Gesicht erfassen, bearbeiten oder verformen.

26. November 2022 – 14. Mai 2023

Kammerspiel: Die Sammlung Gabriele Rauschning

Haus der Graphischen Sammlung

Was bedeutet es, mit Kunst zu leben? Sie zu sammeln und zu besitzen? Welches Bild macht den Anfang und wie verändern sich Vorlieben? Verschieben sich Schwerpunkte? Wandelt sich der eigene Blick im Laufe der Zeit?
Die Hamburgerin Gabriele Rauschning war Juristin, Opernliebhaberin, Reisefan und Single-Frau. Über 50 Jahre trug sie eine umfangreiche Grafiksammlung zusammen – vom Realismus über Impressionismus, Expressionismus und Klassische Moderne bis hin zur Gegenwartskunst. Rund 150 Werke von 50 Künstler_innen aus 150 Jahren vermachte sie dem Museum für Neue Kunst und dem Augustinermuseum. Dieses lebendige Neben- und Miteinander zeigt das Haus der Graphischen Sammlung nun erstmals in zwei Kammerspielen.

28. Oktober 2022 – 19. Februar 2023

Phänomen Großmann trifft auf künstlerische Fotografie

Museum für Neue Kunst

Grafik und Malerei treffen auf Fotografie, Moderne trifft auf zeitgenössische Kunst: Der in Freiburg geborene Rudolf Großmann (1882–1941) arbeitete mit Stift, Feder, Nadel und Pinsel, er veröffentlichte als Publizist unzählige Texte und Illustrationen. Heute kennen ihn nur noch we­nige. Um sein Werk neu zu betrachten, bringt die Aus­stellung es mit künstlerischen Fotografien der Gegenwart zusammen. Welche Parallelen und Unterschiede offenbaren sich? Und wie spielen unsere Sehgewohn­heiten hier mit hinein? Die in der Fotografie technisch vorgegebene Perspektive formt heute unser Bild von der Welt. Wie hat sie seine Wahrnehmung beeinflusst?

Werke Großmanns aus der Sammlung des Museums für Neue Kunst sowie Leihgaben aus dem Nachlass und dem Morat-Institut treten in einen Dialog mit künstlerischen Fotografien aus der renommierten Sammlung der Kunst­stiftung DZ BANK.

Rudolf Großmann trifft auf:
Viktoria Binschtok | Pietro Donzelli | VALIE EXPORT u. Peter Weibel | Arno Fischer | Gisèle Freund | Nan Goldin | Beate Gütschow | Sven Johne | Barbara Klemm | Lilly Lulay | Will McBride | Simone Nieweg | Angelika Platen | Barbara Probst | Jörg Sasse | Beat Streuli | Wolfgang Tillmans | Ulrich Wüst

16. September 2022 – 19. Februar 2023

Peter Dreher – Malen, um zu malen

Museum für Neue Kunst

Was passiert, wenn man das gleiche Motiv über einen Zeitraum von über 40 Jahren immer und immer wieder malt? Peter Dreher (1932-2020) ist insbesondere für seine Gläser-Bilder bekannt, denen er den Titel Tag um Tag guter Tag gab: Fast 5000 Mal malte er in den Jahren 1972 bis zu seinem Tod 2020 dasselbe schlichte Glas vor demselben Hintergrund in seinem Atelier. Das Malen selbst war es, das Dreher interessierte, das er befragte und diese Frage als Professor an der Außenstelle der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe in Freiburg an viele junge Künstler_innen weitergab. 

In diesem Jahr wäre Peter Dreher 90 Jahre alt geworden, 10 Jahre ist seine umfangreiche Schenkung von über 400 Gläsern an das Museum für Neue Kunst her und ein wichtiges Werk, der Freiburger Garten (1979), erweitert als Dauerleihgabe des Freiburger Regierungspräsidiums seit kurzem die Sammlung des Museums für Neue Kunst.

25. März – 9. Oktober 2022

Someone Else. Die Fremdheit der Kinder

Museum für Neue Kunst

Wir alle sind Kinder, jemandes Kind, ein Leben lang. Manche von uns sind selbst Eltern. Wir wachsen in unterschiedlichen familiären Konstellationen, kulturellen und sozialen Kontexten auf, die uns prägen. Wir gehören dazu, ob wir wollen oder nicht. Trotzdem sind wir alle grundsätzlich verschieden, das trennt uns und macht uns fremd – auch Kinder und Eltern, Liebende und Freunde. 

Diese grundlegende und dauerhafte Fremdheit, die kein Ergebnis von Entfremdung ist, nimmt Someone Else in den Blick. Was bedeutet sie für das Zusammenleben von Menschen? Und für unsere Auffassungen von vertraut und fremd? Was für unsere Identität und unseren Umgang mit Fremden?

Diesen Fragen gehen die Werke internationaler Künstler_innen nach. Erik Levine entdeckte nach dem Tod seines Vaters in dessen Nachlass Filmaufnahmen. Sie zeigen ihn als einen Unbekannten, der einen Großteil seines Lebens vor dem Sohn geheim gehalten hat. Jamie Diamond stellt für ihre vermeintlichen Familienporträts Gruppen fremder Menschen zusammen und spielt so mit der Erwartungshaltung der Betrachtenden. Was geschieht, wenn Eltern den Verlust ihres Kindes nicht annehmen können, behandelt Omer Fasts Film Continuity. Ein Paar inszeniert nach dem Tod ihres Sohns seine Wiederkehr mit wechselnden Akteuren.

Mit: Steve Carr | Larry Clark | Jamie Diamond | Jimmie Durham | Omer Fast | Ronnie van Hout | Ragnar Kjartansson | Erik Levine | Alex McQuilkin | Karam Natour | Véréna Paravel | Lucien Castaing-Taylor | Chloe Piene | Ben Rivers | Anri Sala | Liina Siib | Dominik Sittig | SNFU | Louk Vreeswijk | Wladimir Zabotin

1. Oktober 2021 – 6. März 2022

Freundschaftsspiel. Horst und Gabriele Siedle-Kunststiftung

Museum für Neue Kunst

Pablo Picasso, Oskar Kokoschka und Ernst Ludwig Kirchner treffen auf Christa Näher, Heike Beyer und Max Ernst: Wer sein eigenes Team analysieren und stärken möchte, lädt zum Freundschaftsspiel. Der aus dem Sport entlehnte Begriff beschreibt die Begegnung zweier Sammlungen – einer öffentlichen und einer privaten. Dabei entstehen unerwartete Konstellationen und Beziehungen zwischen den Werken, die neue Perspektiven eröffnen – gegenseitige Horizonterweiterungen eingeschlossen.

Dieses Mal arbeitet das Museum für Neue Kunst mit der in Furtwangen im Schwarzwald beheimateten Sammlung der Horst und Gabriele Siedle-Kunststiftung zusammen, die eine beeindruckende Sammlung an Werken der Klassischen Moderne aufgebaut hat.
Horst und Gabriele Siedle-Kunststiftung: Fernand Léger | Ernst Ludwig Kirchner | Oskar Kokoschka | Pablo Picasso

Museum für Neue Kunst: Horst Antes | Heike Beyer | Adelaide Block | Max Ernst | Elsa Gerhardt | Christiane Gerstel-Naubereit | Gretel Haas-Gerber | Ika Huber | Monika Huber | Georg Kolbe | Svenja Kreh | Susanne Kühn und Inessa Hansch | Maria Lassnig | Priska von Martin | Hanna Nagel | Christa Näher | Robert Schad | Walter Schelenz | Melitta Schnarrenberger | Friedrich Seidenstücker

7. Mai – 12. September 2021

Piktogramme, Lebenszeichen, Emojis: Die Gesellschaft der Zeichen

Museum für Neue Kunst

Emojis sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie haben sich über Messenger und soziale Netzwerke weltweit verbreitet und unsere Ausdrucksmöglichkeiten um tausende Bildzeichen erweitert. Dabei verändern sie unsere Sprache und die Art, wie wir uns digital verständigen. Sie spiegeln die Sehnsucht nach individuellen Gefühlsäußerungen in einer hoch funktionalen, globalisierten Welt wider. Erweitern sie unsere Ausdrucksmöglichkeiten oder schränken sie durch starre Kategorien und grafische Typisierungen weiter ein? Woher kommen sie? Die Ausstellung erzählt die Geschichte des modernen Piktogramms von den Anfängen in den 1920er Jahren bis heute und zeigt, wie sich gesellschaftlicher Wandel und Gestaltung gegenseitig beeinflussen.

Die in der Ausstellung präsentierten Künstler_innen und Gestalter_innen verfolgen mit ihren Zeichensystemen sehr unterschiedliche Ziele: Die Bildsprachen dienen dazu, Wissen zu vermitteln und Teilhabe zu ermöglichen, das öffentliche Leben besser zu organisieren oder Gefühle auszudrücken. Einige der Autor_innen treibt dabei die Sehnsucht nach universeller Lesbarkeit; andere entwickeln persönliche Zeichensysteme, die die Eindeutigkeit von Zeichen prinzipiell in Frage stellen. Die vielseitige Verwendung in immer neuen Kommunikationsräumen unterstreicht die Wandelbarkeit der Piktogramme, die mit den gesellschaftlichen und individuellen Bedürfnissen ihrer Zeit einhergeht.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit dem Leopold-Hoesch-Museum Düren.

Mit:
Otl Aicher, Moritz Appich / Jonas Grünwald / Bruno Jacoby, Gerd Arntz, Johannes Bergerhausen / Ilka Helmig, Karsten de Riese, Antje Ehmann / Harun Farocki, Juli Gudehus, Pati Hill, Timothée Ingen-Housz, Shigetaka Kurita, Warja Lavater, Marie Neurath, Otto Neurath, Yukio Ota, Hinrich Sachs, Wolfgang Schmidt, Lilian Stolk, Edgar Walthert

1. April – 29. August 2021

FORESTA NERA – Eine Ausstellung zu ausgewählten Werken von Friedemann Hahn

Museum für Neue Kunst

Große Formate, kräftige Farben mit schnellen Pinselstrichen aufgetragen: das machen die Gemälde von Friedemann Hahn (*1949) aus. Sie tragen Titel wie „Painting and Guns“, „Glauser“, „Le Samourai“ oder „Lichtung (nach E. L. Kirchner)“, die auf vielfältige, komplexe Bezugsrahmen verweisen. Hahns Werk kreist um Geschichten, die sich aus Literatur, Kunst und Künstlerpersönlichkeiten, Meilensteinen des Film noir und Werken der Populärkultur speisen. Dabei sind es besonders moderne Legenden um Personen, die sich an gesellschaftlichen Abgründen bewegen, die Hahn faszinieren und die er immer wieder neu verhandelt.

Das Museum für Neue Kunst präsentiert in einer komprimierten Werkschau Arbeiten aus dem eigenen Bestand, ergänzt um Leihgaben des Künstlers. In einem Raum der Ständigen Sammlung sucht die Präsentation den Maler, der ein leidenschaftlicher Kinogänger und Büchernarr ist, zu umreißen.

Friedemann Hahn ist der Region eng verbunden, lange Zeit war der Südschwarzwald sein Lebens- und Schaffensmittelpunkt. Geboren in Singen am Hohentwiel, studierte er Malerei in der Freiburger Außenstelle der Staatlichen Akademie Karlsruhe bei Peter Dreher und an der Akademie in Düsseldorf bei K. O. Götz. 1991 wurde er als Professor an die Kunsthochschule Mainz berufen, dort leitete er bis 2014 eine Klasse für Malerei. Mittlerweile lebt er in Schleswig-Holstein und schreibt, malt und geht auf lange Spaziergänge mit seinem Hund Käpt’n.

Zur Ausstellung erscheint ein deutsch-englischsprachiges Lesebuch, das neben zahlreichen Abbildungen Texte von acht Autor_innen versammelt, die sich mit der Bilderwelt Friedemann Hahns beschäftigen.

3. Oktober 2020 – 18. April 2021

Modern Love (or Love in the Age of Cold Intimacies)

Museum für Neue Kunst

Die Ausstellung Modern Love untersucht den Zustand von Liebe und intimen Beziehungen im Zeitalter von Internet, sozialen Medien, Neoliberalismus und Globalisierung. Sie blickt auf die gesellschaftlichen Strukturen und beleuchtet die Herausforderungen sowie die Möglichkeiten, welche Internet und soziale Medien für unsere intimen Beziehungen bereithalten.

Digitale Technologie und Konsumdenken haben Liebe und soziale Beziehungen sehr verändert. Durch die Erfahrung des Virtuellen haben sich die Grenzen zwischen privat und öffentlich weitgehend aufgelöst. Dies bestimmt, wie wir miteinander kommunizieren und interagieren, besonders in unseren engsten Beziehungen.

Einerseits haben Internet und soziale Medien den Ausdruck von nicht-heteronormativen Identitäten, Formen der Lust und alternativen Lebensweisen erleichtert. Andererseits haben sie aber auch eine Rolle beim Kultivieren pathologischer Phänomene gespielt: Narzissmus, obsessive Selbstdarstellung, digitale Abhängigkeit und das Zur-Ware-Werden von Gefühlen sind einige davon.

Die Verschmelzung von Realität und Fantasie hat zu komplexen psychologischen und zwischenmenschlichen Verstrickungen geführt. Diesen –­ unter anderem – widmet sich die Ausstellung.

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit Tallinna Kunstihoone (Estland) und IMPAKT, Utrecht (Niederlande).

Mit: Gabriel Abrantes, Hannah Toticki Anbert, Melanie Bonajo, Laura Cemin, Benjamin Crotty, Kyriaki Goni, David Haines, Juliet Jacques, Mahmoud Khaled, Lauren Lee McCarthy, Maria Mavropoulou, Kyle McDonald, Marge Monko, Peter Puklus, Marijke De Roover, Margaret Salmon

4. April 2020 – 13. September 2020

Priska von Martin

Museum für Neue Kunst

Das Museum für Neue Kunst (MNK) feiert eine Wiederentdeckung: Priska von Martin (1912–1982) hinterließ ein umfangreiches und äußerst modernes Œuvre. In der damaligen Männerdomäne Bildhauerei schlug sie neue Wege ein und schuf Außergewöhnliches.

Ihre Frauenfiguren, Rentiere, Elche und Pferde sind aus Bronze, Gips, Aluminium oder schlicht Pappkarton, mal Miniatur, mal lebensgroß. Von Martin präsentierte sie nicht nur museal auf Sockeln, sondern inszenierte viele Skulpturen im Freien und fotografierte sie in unterschiedlichen Kontexten – vom Münchner Königsplatz bis zur Kiesgrube. Ihre Experimentierlust zeigen auch die bildgewaltigen und farbintensiven Zeichnungen, Collagen und Aquarelle.

Aus über 60 Plastiken, 230 Arbeiten auf Papier und über 1.000 Fotos der eigenen Sammlung präsentiert das MNK eine Ausstellung in Kooperation mit dem Gerhard-Marcks-Haus in Bremen. Sie ist eine Hommage an eine große Künstlerin und Tochter der Stadt Freiburg.

Zur Ausstellung erscheint ein deutsch/englischer Katalog im Snoeck-Verlag.

26. Oktober 2019 – 16. Februar 2020

Max Beckmann. Die Sammlung Classen

Haus der Graphischen Sammlung

Pulsierendes Nachtleben, schrilles Varieté und bizarre Jahrmarktszenen – für Max Beckmann (1884–1950) ist die Großstadt eine unerschöpfliche Inspirationsquelle. In Frankfurt am Main schafft er zwischen den Eindrücken des Ersten Weltkriegs und dem Glanz der 1920er-Jahre seine grafischen Hauptwerke. Mit radikaler Sachlichkeit verleiht er dem Spektakel des Lebens Ausdruck. Seine zeitkritischen und karikierenden Werke sind einzigartig.

Die Ausstellung rückt Beckmanns Graphiken, Mappenwerke und Buchillustrationen aus den Frankfurter Jahren in den Fokus. Und sie lädt ein, einen Blick in Beckmanns persönliches Umfeld zu werfen, seine guten Freunde kennenzulernen: Viele seiner Werke sind in unmittelbarer Zusammenarbeit mit Literatinnen und Verlegern entstanden. Andere zeigen seine Weggefährten – die Familie, die Geliebte oder die Künstlerfreunde.

Zu sehen sind über 50 Radierungen, Lithografien und Holzschnitte, darunter Beckmanns meisterhafter Jahrmarkt-Zyklus. Der Großteil der Arbeiten stammt aus der Sammlung des Ehepaars Christa und Wolfgang Classen.

28. September 2019 – 15. März 2020

Expressionist Scherer – direkter, roher, emotionaler

Museum für Neue Kunst

Akte in freier Natur, zerklüftete Bergwelt, Porträts von Freundinnen und Freunden oder literarische Gestalten wie Dostojewskis berühmter Raskolnikow: In seinem kurzen Leben schafft Hermann Scherer (1893–1927) ein eindrucksvolles Werk. Heute gilt der gebürtige Badener als einer der wichtigsten Expressionisten in der Schweiz.

Inspiriert durch die Bilder Edvard Munchs, vor allem aber in der Zusammenarbeit mit Ernst Ludwig Kirchner, entwickelt Scherer eine expressive Formensprache und malt in starken, leuchtenden Farben. Es geht um Sehnsüchte und innere Konflikte, Liebe und Leidenschaft, Angst und Einsamkeit.

Nach dem Vorbild der „Brücke“ schließt er sich mit anderen jungen Künstlern zusammen. Gemeinsam gründen Hermann Scherer, Albert Müller und Paul Camenisch in der Silvesternacht 1924/25 die Künstlervereinigung Rot-Blau in Basel.
In den drei Jahren bis zu seinem frühen Tod ist Scherer äußerst produktiv. Diese Zeit steht im Fokus der Ausstellung, die eigene Werke und zahlreiche Leihgaben zeigt: Gemälde, zum Teil doppelseitig bemalt und so auch präsentiert, Holzskulpturen und Arbeiten auf Papier.

Eine Multimedia-Installation der Fotografin Eva Rugel nimmt die Besucher_innen auf eine Spurensuche zu Scherer mit und verortet die Werke in heutigen Landschaften und Szenen.

13. April – 8. September 2019

Freundschaftsspiel. Sammlung Grässlin

Museum für Neue Kunst

Für eine Neuauflage der Reihe Freundschaftsspiel treten Werke von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart in Dialog. Zwei Sammlungen stellen die Spieler_innen: Martin Kippenberger, Isa Genzken oder Mark Dion – mitten aus dem Schwarzwald schickt die Familie Grässlin zeitgenössische Kunst von internationalem Rang. Das Museum für Neue Kunst bringt das eigene Team von Max Pechstein über Günter Fruhtrunk bis Amelie von Wulffen in Stellung.

Der gemeinsame Auftritt eröffnet spannungsreiche Perspektiven. Als Kontrapunkt zur Idylle des Schwarzwalds konzentriert sich die Sammlung Grässlin auf kontroverse, politische Themen und beschäftigt sich vorbehaltlos mit dem Neuen und Andersartigen: Es geht um Macht und Moral, Kunst und Kommerz, Mensch und Natur. Humorvoll-kritische Arbeiten der 1980er Jahre treffen auf Farb- und Formexperimente der Klassischen Moderne. Raumgreifende Installationen thematisieren die Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit an sich. So findet Unerwartetes einen Platz im Museum: ungeöffnete Pakete oder ein Baum mit lebenden Vögeln.

Seit über 30 Jahren sammeln die Grässlins Gegenwartskunst in St. Georgen: Die Eltern begannen, die Kinder übernahmen. Alle bringen ihre eigenen Standpunkte und Interessen ein – eine Besonderheit unter den großen Privatsammlungen in Deutschland. Dabei geht es ihnen nicht nur um die Werke und ihren Wert, sondern vor allem um den Austausch mit den Künstler_innen. Auf diese Weise entsteht ein besonderer, familiärer Kontakt. Im Fall der Grässlins ist das Sammeln selbst ein Freundschaftsspiel.

Künstler_innengespräche, Führungen und Workshops begleiten die Ausstellung und laden alle Interessierten zum weiterführenden Austausch ein.

Mit Werken von:
Max Ackermann, Michael Beutler, Cosima von Bonin, Mark Dion, Günther Förg, Günter Fruhtrunk, Isa Genzken, Georg Herold, Susi Juvan, Paul Kayser, Martin Kippenberger, Kalin Lindena, Stefan Müller, Christa Näher, Albert Oehlen, Max Pechstein, Tobias Rehberger, Amelie von Wulffen